DRK-Rettungswache Steinau mit neuem Standort
Eine neue Bleibe gefunden hat die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes in Steinau. Die rund um die Uhr besetzte Wache ist im vor wenigen Wochen neu in Betrieb genommenen Feuerwehrstützpunkt beheimatet und fährt von dort Einsätze in der gesamten Region.

Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Gelnhausen, Michael Kronberg, gibt zusammen mit Rettungsdienstleiter Eugen Metzler unserer Zeitung einen Einblick in die Steinauer Rettungswache sowie in die Arbeit des Rettungsdienstes. Mit dabei war auch der Leiter der Rettungs-wache Schlüchtern, Manfred Schneider, der auch für die Steinauer Wache zuständig ist, sowie der Hausherr des Feuerwehr stützpunktes, Bürgermeister Walter Strauch.
Wie Kronberg erzählte, habe er vor zwei Jahren in den Kinzigtal-Nachrichten gelesen, dass die Stadt Steinau einen neuen Feuerwehrstützpunkt bauen wolle. Er habe daraufhin bei Bürger-meister Strauch wegen einer Mitbenutzung durch das DRK angefragt. Strauch stand dem Vorhaben offen gegenüber.
Dies war die Geburtsstunde der neuen Rettungswache. „Wir haben das DRK als künftigen Untermieter schon früh in die Planungsphase mit eingebunden, so dass bedarfsgerechte Räumlichkeiten entstehen konnten“, betont der Bürgermeister.
Wie Kronberg erläutert, nimmt das DRK Gelnhausen schon seit nahezu 20 Jahren im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises die Aufgaben im Rettungsdienst und Krankentransport in den Altkreisen Gelnhausen und Schlüchtern wahr. Hierfür sind flächendeckend Rettungswachen eingerichtet, im hiesigen Bereich in Schlüchtern, Bad Soden-Salmünster, Mottgers und eben in Steinau. Hintergrund ist das hessische Rettungsdienstgesetz, welches eine Hilfsfrist von zehn Minuten vorschreibt. Weil diese gerade im Bereich der Brüder-Grimm-Stadt nicht eingehalten werden konnte, wurde dort im Jahr 2005 ein so genannter Rettungs-dienst-Stellplatz eingerichtet. Dieser war seither bei einer Firma im Industriegebiet untergebracht.
Dies sei jedoch laut Kronberg keine optimale Lösung gewesen im Gegensatz zur jetzigen neuen Rettungswache. Neben einer direkt an das neue Feuerwehrhaus angegliederten Halle für den Rettungswagen gibt es einen Aufenthaltsraum für das Personal, einen Ruheraum, sanitäre Anlagen und einen Lagerraum. Von der neuen Rettungswache aus stehen die hauptamtlichen Helfer rund um die Uhr zur Rettung in Not geratener Bürger bereit. In der Steinauer Wache sind zehn Männer und Frauen beschäftigt. Der Großteil von ihnen sind ausgebildete Rettungsassistenten, die höchste Qualifizierungsstufe unterhalb eines Arztes.
Kronberg gab interessante Zahlen bekannt: So habe die Rettungswache Steinau im abgelaufenen Jahr rund 1100 Einsätze absolviert. Im Gesamt-bereich Gelnhausen/Schlüchtern seien es rund 20000 Einsätze gewesen. Diese gliedern sich auf in 12000 Notfalleinsätze mit dem Rettungswagen 4000 Notarzt-einsatzfahrten und 4000 Krankentransporte. Wie Kronberg weiter erläuterte, gebe es insgesamt 25 Mehrzweck-fahrzeuge für Rettungsdienst und Krankentransporte sowie vier Notarzteinsatzfahrzeuge an den Standorten Gelnhausen, Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster. Insgesamt seien 140 Mitarbeiter im Rettungsdienst beschäftigt.
Alle Einsätze werden von der zentralen Leitstelle in Gelnhausen koordiniert, wo jährlich durch-schnittlich 53.000 Notrufe unter der Nummer 112 eingehen. Die Rettungsfahrzeuge werden individuell und flexibel eingesetzt. So kann es beispielsweise vorkommen, dass im Bedarfsfall die Steinauer Rettungswache nach Birstein ausrückt und ein Rettungswagen aus Bad Orb vorübergehend in Steinau stationiert ist.
„Kurze Rettungswege sind wichtig. Oft entscheiden Minuten über Leben und Tod, insbesondere bei Herz-Kreislauf-Stillstand“, weiß Wachenleiter Manfred Schneider. 80 Prozent aller Einsätze seien internistische Einsätze. Eine flexible Einsatz-strategie sei das so genannte Rendezvoussystem, wonach Rettungsdienst und Notarzt unabhängig voneinander ausrücken und sich an der Einsatzstelle treffen.
Wie Schneider betont, sei das Fachwissen des Rettungspersonals aufgrund regelmäßiger notfall-medizinischer Weiterbildung zertifiziert. Eine wertvolle Hilfe für das DRK seien die Zivildienstleistenden. Bedauert wird die vorgesehene Reduzierung. Besonders schwierig für das Rettungspersonal seien laut Schneider die Einsätze mit Schwerverletzten oder sogar zu Tode gekommenen Personen. Als Beispiel nannte Schneider den kürzlichen Personenunfall am Schlüchterner Bahnhof, wo eine Person von einem ICE erfasst und getötet wurde. Besonders schwierig seien auch Einsätze mit verunglückten Kindern. „An der Einsatzstelle funktioniert man, schwierig ist jedoch die Verarbeitung danach“, sagte ein Rettungsassistent.