“Wir wollen noch weiter nach oben”
Gestern abend: Jahresempfang des DRK-Kreisverbandes Gelnhausen Gelnhausen (woe). Beim Jahresempfang am Weltrotkreuztag stellte der DRK-Kreisverband gestern abend die neue Kletterwand der Bergwacht vor.
Christian Loncarovich kletterte an der Wand empor, Werner Schultheiß sicherte ihn am Boden.
Kreisverbandsvorsitzender Heiner Kauck hob die symbolische Bedeutung der Kletterwand hervor: “Es geht aufwärts”, stellte er im Bezug auf den Kreisverband fest. “Wir wollen noch weiter nach oben und noch mehr Menschen für das Rote Kreuz gewinnen.”
Die Kletterwand werde für die Ausbildung der Bergwacht genutzt. Das DRK wolle sie aber auch verleihen.
Kauck knüpfte in seiner Begrüßungsansprache an seine Bitte vom vergangenen Jahr an, alle Gäste sollten Botschafter des Roten Kreuzes sein. “Sie waren gute Botschafter”, bescheinigte er. “Das DRK ist nach vorne gekommen.”
Zahlreiche Gäste kamen zum Empfang in die Räumlichkeiten des DRK in der Barbarossastadt, unter ihnen die Kreisbeigeordnete Sigrid Schindler, Bürgermeister aus der Region sowie Vertreter aus der Wirtschaft und aus den anderen Hilfsorganisationen.
Der stellvertretende Kreisvorsitzende Jürgen Michaelis ging in seiner Ansprache auf die Geschichte des Roten Kreuzes ein und hob besonders die Bedeutung des Sicherheits- Rettungs- und Hilfeleistungszentrums in Gelnhausen hervor.
In seiner Zeit als Bürgermeister habe er sich dafür eingesetzt, dass Polizei und Hilfsorganisationen auf dem ehemaligen Gelände der amerikanischen Streitkräfte ein neues Domizil finden. “Dieses Zentrum war eine einmalige Chance im Rahmen der Konversion", betonte er.
Als Geschenk überreichte er zusammen mit Gerd Lehnert vom Aero-Club Gelnhausen ein Luftbild des Zentrums, in dem auch der DRK-Kreisverband beheimatet ist. “Die Ansiedlung von Gefahrenabwehrzentrum, Leitstelle, THW, DRK und Feuerwehr war nicht nur ein Akt von vorausschauendem kommunalen Denken”, bescheinigte Heiner Kauck. “Es war auch ein Akt, der uns gemeinsam voran bringt. Wir ziehen hier alle an einem Strang.” Zuvor war Michaelis auf die Gründung des Roten Kreuzes nach der Schlacht von Solferino eingegangen. Der Weltrotkreuztag erinnere an den Gründer der Organisation Henri Dunant. Er habe den Grundstein für die größte Hilfsorganisation der Welt gelegt.
Im Mittelpunkt habe stets der Mensch in seinem Schmerz und seinem persönlichen Leid gestanden. Der Mensch könne nur in der Zusammenarbeit mit anderen etwas bewirken. Bei allen wichtigen Fragen des Lebens sei es unerlässlich, zusammenzuhalten und den Schulterschluss mit anderen zu suchen.
Die Bereitschaft, für die Menschen da zu sein, für ihre Gesundheit und ihren Schutz einzutreten, sei eines der wichtigsten Kulturgüter. Nächstenliebe und Mitverantwortung gegenüber den Menschen und der Gemeinschaft würden bei den Rot-Kreuzlern in besonders hohem Maße gepflegt. “Sie kümmern sich auch heute noch um die Opfer von bewaffneten Konflikten, aber auch um die Opfer von Naturkatastrophen und andern Notfallsituationen.” Das Engagement der Rot-Kreuz-Helfer sei gerade heute ein Stück mitmenschlicher Kultur und damit ein wichtiges Hoffnungs- und Lichtzeichen. Michaelis wünschte den 6800 Mitgliedern des DrK-Kreisverbandes eine gute, gesunde Zukunft. Er beendete seine Ansprache mit einem Zitat von Hermann Hesse: “Fühle mit allem Leid der Welt, aber richte Deine Kräfte nicht dorthin, wo du machtlos bist, sondern zum Nächsten, dem du helfen, den du lieben und erfreuen kannst.” Heiner Kauck wies darauf hin, dass der Kreisverband den vielen ehrenamtlichen Helfern 200 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftige und ihnen einen sicheren Arbeitsplatz biete. Die Kreisbeigeordnete Sigrid Schindler überbrachte die Grüße von Landrat Erich Pipa und dem Kreisausschuss. Sie griff das Stichwort vom Botschafter für das Rote Kreuz auf: “Alle, die sich beim Roten Kreuz ehrenamtlich engagieren, sind wichtige Botschafter, die wir in der heutigen Zeit brauchen.”